Soziale Dreigliederung - Grundlagen

 

Dreigliedrige Gesellschaft statt Einheitsstaat


Im Gegensatz zu unserem heutigen Einheitsstaat, der alle drei Lebensbereiche gestalten möchte, verwaltet sich jeder der drei Bereiche selbständig und frei von den anderen:

Das Geistesleben beinhaltet jegliche Form der Ausbildung und Entwicklung der individuelle Fähigkeiten und Begabungen, sowie das Ausleben der persönlichen kulturellen Interessen.

 

Das Rechtsleben gewährleistet Schutz, (Rechts-) Sicherheit, Ordnung und Chancengleichheit für jede einzelne Person. Dieser Bereich bildet den politischen Rechtsstaat.

 

Das Wirtschaftsleben beinhaltet Bedüfnis- befriedigung im Hinblick auf Konsumgüter

Erziehung, Bildung, Ausbildung, Wissenschaft, Kunst, Religion, Journalismus usw.

 

Demokratisches, transparentes, für alle Menschen gleichermaßen gültiges Rechtsleben

 

Produktion - Handel - Konsum
von Gütern (Produkten)

 

Zum Geistesleben

Die Gründung von Kindergärten, Schulen und Hochschulen, Ausbildungs- und Forschungseinrichtungen usw. basiert ausschließlich auf der freien Initiative von Menschen.

Der Staat gründet bzw. betreibt z. B. keine Erziehungs- und Bidlungseinrichtungen. Er benennt lediglich die gesetzlichen Rahmenbedingungen, und hat dafür Sorge zu tragen, dass jede Einrichtung die gleichen Startbedingungen bekommt. Ob eine frei gegründete Einrichtung dann Bestand hat, entscheidet die Nachfrage. Ein Schulsystem, welches heute die staatlichen Regelschulen darstellen, würde es dann kaum noch geben, da wegen hoher Unzufriedenheit es kaum noch Nachfrage geben würde.

Einrichtungen des Geistesleben bedürfen keiner eigenen Gesetze, es gelten die selben Gesetze, welche für jede Person gelten.

 

Der Rechtsbereich

  1. ist ausschließlich für die Rechtsfragen zuständig. Er produziert nicht, er handelt nicht und konsumiert nicht. Im Sinne der sozialen Dreigliederung gibt es kein Kultusministerium, kein Schulamt usw. Diese Verwaltungsbereiche liegen dann im freien und selbständigen Geistesleben. Ebenso baut der Staat baut keine Bahnlienien, Straßen oder Schulen. Er befindet lediglich darüber unter welchen Bedingungen Bahnlinien, Straßen, Schulen usw. gebaut werden dürfen. Das Rechtsleben hat keine monetären Einnahmen (außer das, was zum funktionierenden Rechtsleben notwendig ist).
  2. Das Rechtsleben basiert auf Demokratie. Die Möglichkeit der Mitsprache, Mitbestimmung und Mitgestaltung muss für jeden Bürger gleichermaßen gegeben sein. Dadurch wird das Prinzip der Gleichheit verwirklicht!
  3. Ebenso hat der politische Rechtsstaat im Sinne der sozialen Dreigliederung kein Wirtschaftsministerium. Die Verwaltung des Wirtschaftslebens obliegt dem Wirtschaftsleben selbst. Der politische Rechtsstaat benennt die Rahmenbedingungen, für das Verhalten der einzelnen Menschen, wie Betrug, Schädigung, Arbeiter- und Arbeitnehmerschutz, Umweltschutz, Gehaltsgerechtigkeit, Abgabenordnung usw., diese Gesetzte gelten in vollem Maße für jeden Menschen, auch wenn er sich innerhalb des Wirtschaftsbereiches bewegt.

 

Im Wirtschaftsleben

bewegen sich Produzenten, Händler und Konsumenten. Das Bankwesen produziert/handelt/konsumiert nichts, gehört demnach nicht zum Wirtschaftsleben, sondern zum Geistesleben. Einen Kapitalmarkt kann es hier nicht geben, da Kapital kein Produkt darstellt.

Alle Themen, die jenseits der Produktion-Konsum-Kette liegt, liegt außerhalb des Wirtschaftslebens, (z. B. die Gehaltsfrage, die Nutzungsrechte für Grund und Boden, für Roh- und Naturstoffe, Patente, Nutzungs- und Verwaltungsrecht von Kapital und Unternehmen werden im Rechtssektor bzw. im Geistessektor verwaltet).

 

Zum Begriff des Eigentums:

nur etwas, was vom Menschen hergestellt wurde, kann Eigentum, und somit handelbar sein. Grund und Boden, Naturstoffe, Arbeitskraft usw. sind nicht vom Menschen hergestellt, sind keine Waren und können somit nicht Eigentum sein. Die Verwaltung dieser Dinge liegt im Rechtsleben (Grund und Boden, Arbeistskraft usw.) bzw. im Geistesleben (Naturprodukte, Kapital usw) - statt wie heute im Wirtschaftsbereich.

Ebenso können Kapital, Unternehmen, Firmen und Konzerne können kein Eigentum sein. Sie sind Ergebnis des Zusammenwirkens vieler Menschen, welche in vielfältigster Weise in direkter und inderekter Form an dem Zustandekommen von Kapital und der Entstehung von Firmen beteiligt sind (siehe unten).

 

Zum Begriff des Kapitals:

Wirkt das Geistesleben in das Wirtschaftsleben herin - durch Ideen der Organisation, Optimierungen, Erfindungen, Verbesserungen in der Verwaltung -, entsteht Kapital (Maschinen, Patente, Produktionsmittel, Produktions- und Vewaltungsräume, Rücklagen und andere Ansparungen usw.). Kapital entsteht durch das Zusammenwirken unzäliger Personen (siehe hierzu den Artikel "Wie entsteht Kapital?" von Karl Ernst Neuhöfer), ist in der arbeitsteiligen Industriegesellscahft niemals Verdienst einer einzelnen Person, und wird auch nicht im Sinne eines Produktes hergestellt. Kapital kann weder Eigentum noch handelbar sein.

Derjenige kommt in den Besitz von Kapital, der es für die Gesellschaft am sinnvollsten nutzbar machen möchte/kann. Dies muss als Grundsatz im Rechtsleben verankert werden.

Die Zuteilungsverwaltung des Kapitals obliegt dem Geistesleben! Nur "Fachleute" können die Kriterien entwickeln, nach welchen eine Person oder Personengruppe ausgewählt werden können, können die Kompetenzen der "Bewerber" beurteilen.

Die ausgewählte Person/-gruppe hat freie unternehmerische Hand. Sie ist im Besitz des Kapitals und in der Behandlung desselben ganz auf eigenen Füßen stehend (siehe hierzu den Artikel "Eine Klinik wechselt den Betreiber" von Hartmut Stickdorn).

 

 

Kapital im kapitalistischen "System".   Kapital im sozialistischen "System".   Kapital innerhalb der sozialen Dreigliederung.

Privateigentum
-
wird privat verwaltet

 

Gemeinschaftseigentum
-
wird staatlich verwaltet

 

Niemandeigentum bzw.
temporäres bedingtes Eigentum
-
wird vom Geistesleben verwaltet

Weitergabe durch:

Eigenmächtiges willkürliches Kaufen und Verkaufen bzw. Vererben und Verschenken

nach Aspekten des persönlichen Gewinns

 

Weitergabe durch:

Gemeinschaftsentschluss; willkürlich


nach Aspekten des momentanen
Vorteils einer Gruppe

 

Weitergabe durch:

Schenkung von einem "Fähigen" zum nächsten "Fähigen"

nach Kriterien der Kompetenz
im Sinne des Gemeinwohls

Vorteil:
1. Unternehmerische Initiative

Nachteil:
1. Handelbar
2. Spekulation möglich
2. Durch Profitttstreben keine Nachhaltigkeit
3. Mitarbeiter befinden sich in einem Abhängigkeitsverhältnis zur Kapital-Eigentümer

 

Vorteil:
1. kann nur bei gemeinschaftlichem Entschluss gehandelt/veräußert werden
2. Spekulation nicht möglich

Nachteile:
1. trotzdem Handelbar
2. eingeschränkte unternehmerische Initiative

 

Vorteile:
1. Unternehmerische Initiative
2. Produktion im Sinne des Gemeinwohls
3. Kapital befindet sich beim "Fähigen"
4. nicht handelbar
5. Spekulation nicht möglich

Nachteile: keine

 

Schritte im Sinne der soziale Dreigliederung

 

Das Rechtsleben - auf der Basis von Gleichheit

  1. Die Regierungen (Bund und Länder) streichen ersatzlos die Wirtschaftsministerien und angeschlossene Einrichtungen (entsprechende Einrichtungen ohne Funktionen im öffentlichen Recht entstehen im Wirtschaftsleben).
  2. Die Regierungen streichen ersatzlos die Kultusministerien und angeschlossene Einrichtungen wie Schulbehörden usw. (entsprechende Einrichtungen ohne Funktionen im öffentlichen Recht entstehen im Geistesleben)
  3. Der Staat (einschl. aller Regierungs- und Verwaltunseinrichtungen) verzichten auf jegliches direktes oder indirektes Wirtschaften - einschl. Verzicht darauf Banken, Konzerne o. Ä.zu "retten"; einschließlich jegliche Form von Subventiionen.
  4. Das Rechtsleben basiert auf demokratischen transparenten Prozessen, welche nicht durch wirtschaftliche/kaufmännische Interessen (Lobbyarbeit) manipuliert werden können. Geheimverhandlungen kann es nicht mehr geben.
  5. Die Gesetzgebung legt fest, dass (Nutzungsrechte von) Grund und Boden, Kapital, Naturstoffe, Arbeitskraft usw. nicht käuflich erworben werden können, sondern nach Kompetenz und Bedarf vergeben werden, im Sinne des Gemeinwohls.
  6. Das Rechtsleben legt fest, dass die Verwaltung (Vergabe von Nutzungsrechten) von Grund und Boden, Kapital usw. von Einrichtungen des Geisteslebens aus zu geschehen hat.
  7. Durch das Rechtsleben werden Spekulation in jeglicher Form unterbunden.
  8. Das Rechtsleben legt fest, in welcher Weise Gewinnüberschüsse des Wirtschaftslebens in gemeinnützige Einrichtungen des Geisteslebens übergeben (Finanierung von z. B. Kinergärten, Schulen, Hochschulen, Ausbildungsbetriebe, Wissenschaftseinrichtungen, Infrastruktur, Kunst-Anstalten, Stadtplanung usw.) SCHENKUNG


Das Wirtschaftsleben - auf der Basis von Brüderlichkeit

  1. Wirtschaftseinrichtungen können sich per Gesetz nicht in die öffentliche Gesetzgebung (Rechtsleben einmischen), Manipulation und (Geheim-)Verhandlungen sind nicht möglich; das Wirtschaftsleben hat keine Möglichkeit der Einflussnahme auf Gesetzte.
  2. Es bedarf für das Wirtschaftsleben keine anderen Gesetzte, als diejenigen, welche für jedermann gelten.
  3. Nutzungsrechte werden beantragt, jedoch nicht per Kauf erworben.
  4. Jegliche Wirtschaftstätigkeiten definieren sich in Produktion, Handel uns Konsum im Sinne der Realwirtschaft (Spekulationen sind per Gesetz nicht möglch).
  5. Produktionseinrichtungen schließen sich mit Verbrauchereinrichtungen zu Assoziationen zusammen. Ziel der Assoziationen ist die Ermittlung des Konsumenten-Bedarfs, des Zulieferer-Bedarfs und die Wertermittlung der Produkte im gegenseitigen Vergleich der Produktionsbedingungen, welche sich im Preis abbildet.


Das Geistesleben - basierend auf Freiheit

  • Die Institutionen des Geisteslebens (Kindergärten, Schulen, Hochschulen, Ausbildungsbetriebe, Wissenschaftseinrichtungen, Infrastruktur, Kunst-Anstalten, Medien und Journalistik usw.) entstehen auf privater Initiative, ohne Vorbedingungen. Es gelten keine besonderen Rechte des öffentlichen Rechts, außer diejenigen, welche auch sonst gelten.
  • Die einzelnen Bereiche des Rechtslebens geben sich selbst ihre Körperschaften und Verbände im Sinne der Selbstverwaltung.
  • Es gibt keine staatlichen Subventionen für einzelne Zweige oder Einrichtungen. Die Nachfrage finanziert.
  • Die einzelnen Einrichtungen (z. B. unterschiedliche Schulen, unterschiedliche Theater) stehen in Konkurenz zueinander. Wird z. B. eine Schule nicht nachgefragt, wird sie nicht existieren können, da keine Einnahmen.
  • Das Geld für die Finanzierung des Geisteslebens kann nur dort her kommen, wo Geld vorhanden ist: aus dem Wirtschaftsleben (das Rechtsleben stellt lediglich das Recht auf z. B. Bildung für das Kind fest, und legt fest, wie das Geld zum Kind, bzw. zu der Bildungsanstalt, welche das Kind besucht, kommt. Ebenso für andere Einrichtungen.
  • Für welche Einrichtungen des Geisteslebens ein gemeinnütziges Interesse besteht, und für welche nicht, wird im Rechtsleben benannt. Nicht gemeinnützige Einrichtungen werden sich durch die Nachfrage anderer Menschen bzw. Menschengruppen ihre Finanzierung und somit Existenzberechtigung erhalten.

 

 

Der Staat muss den Bildungsbereich absondern, er benennt lediglich die gesetzlichen Rahmenbedingunen, welche für ein Bildungsbetrieb bestehen sollen.

Der Staat verzichtet auf jede Form des direkten oder indirekten Wirtschaftens:

- er gründet oder betreibt keine Wirtschaftsunternehmen

- er mischt sich in wirtschaftliche Aktivitäten nicht ein

Der Staat benennt lediglich die gesetzlichen Rahmenbedingungen (Schutz der Personen, der Umwelt, Chancengleichheit, Gehaltsregelung, Nutzungsbedingungen für Grund und Boden, Kapital usw.