Arbeit ist keine Wahre

Annäherung an ein grundsätzliches Problem des Kapitalismus - volkswirtschaftlich betrachtet
von Hartmut Stickdorn

Was ist eine Ware?

Eine Ware ist ein wirtschaftliches Produkt, also etwas was in irgendeiner Form produziert hergestellt wurde. Es wird in unserer arbeitsteiligen Industriegesellschaft i. d. R. zum Zwecke des Tausches (Verkauf) hergestellt, und setzt voraus, dass ein Bedarf nach dem Produkt vorhanden ist.

Was ist Arbeitskaft bzw. Arbeit?

Nicht jede Tätigkeit ist - in volkswirtschaftlicher Hinsicht - Arbeit. Erst die Tätigkeit, die in der Absicht auf die direkte oder indirekte erstellung eines Produktes ausgeführt wird, ist Arbeit. Wenn ich irgendeine Tätigkeit ausübe, z. B. nur zum Zeitvertreib, ist - und sei sie noch so anstrengend - keine Arbeit im volkswirtschaftlichen Sinne.

Arbeitskraft ist eine ursprüngliche Fähigkeit des Menschen, die Arbeit die Übertragung desselben in Tätigkeit. Arbeitskraft und Arbeit wird nicht hergestellt, und kann in Wirklichkeit nicht gehandelt werden. Die Arbeit als solche, kann weder erfasst, klassivieziert oder in irgendeiner Form bewertet werden, lediglich das Produkt welches hervorgebracht wird, kann quantitatif und ggf. qualitativ erfasst werden. Das Handeln von Arbeit wie eine Ware ist eine gelebte Lüge.

Das Wirtschaftsleben jedoch muss ihrer inneren Natur nach ALLES, womit es zu tun hat wie eine Ware betrachten. Im Prinzip, auch den einzelnen arbeitenden Menschen. Wird die Ware "Mensch" Eigentum, wird diese Ware Sklave genannt. Auch an diesem extremen Beispiel wird die Verzerrung des "Wirtschaftsblickes" deutlich. Anders gesagt:

Für einen Hammer sind alle Dinge in der Welt ein Nagel.

Das Produkt ist ein Ergebnis des Wirtschaftslebens, und kann dann als Ware gehandelt werden. Die Arbeit ist kein Produkt, sie kann weder getauscht, noch bezahlt werden. Die Verwaltung der Arbeit gehört somit nicht in das Wirtschaftslebn, sonder in das Rechtsleben (Schutz des Arbeiters), und in das Geistesleben (Entwicklung von Fähigkeiten).

Mit der Verwendung des Begiffes "Arbeitsmarkt" findet bereits eine Manipulation und Respektlosigkeit gegenüber dem Arbeiter statt: er wird strategisch darauf eingerichtet, seine Arbeit wie eine Ware zu betrachten, und damit eine Abhängikeit zum "Einkommensgeber" zu suggerieren.